Nicht (nur) eine Pflichtveranstaltung

Erfreulich gut besucht war die Jahreshauptversammlung, die am 28.11.2017 in der Erich-Fried-Gesamtschule stattfand. Ein Grund dafür war sicher das angekündigte Schwerpunktthema, das sich mit dem erschreckenden Zulauf, den die AFD für sich verbuchen kann, befasste.

Mark Haarfeldt von der DGB-Initiative „Gelbe Hand“ lieferte interessante Hintergründe und aktuelle Informationen zu dieser rechtspopulistischen Partei. Gerade in Regionen mit großem Anteil von sozial benachteiligten Menschen treffe die Ideologie der Rechtspopulist*innen offensichtlich auf offene Ohren. Doch auch unter Gewerkschaftsmitgliedern, das zeige eine Studie der Hans Böckler-Stiftung, gebe es einen erschreckend hohen Anteil von AFD-Wähler*innen. Grund genug sich im (Schul-)Alltag der politischen Diskussion zu stellen und rechte Hetzerei argumentativ zu entkräften.

Kolleg*innen aller Schulformen beklagen enorme Belastung
Neben dem Schwerpunktthema war einmal mehr die Belastung der Kolleg*innen in verschiedenen Bereichen Thema des Abends. Angesprochen wurden die in Teilen völlig unzureichenden Ressourcen zur Bewältigung der Aufgaben und das hohe Maß an Ungerechtigkeiten im System, z.B. Unterscheidung zwischen Tarifangestellten und Beamt*innen, unterschiedliche Gehaltsstrukturen an verschiedenen Schulformen bei vergleichbarer Ausbildung, für Kolleg*innen mit Lehramt an Gymnasium  und Gesamtschulen auf Sek I- Stellen mit zurzeit nahezu fehlenden Aussichten auf „Heilung“ der Situation.
Darüber hinaus wurden die im Schulsystem fehlenden Möglichkeiten der Rückmeldung von Mangelzuständen oder -vorgaben „nach oben“ bemängelt. Deutlich spürbar war durchgängig die Empfindung, dass das überaus hohe Maß der Belastung dazu führt, dass in allen Schulformen Kolleg*innen an ihre Grenzen oder darüber hinaus kommen und zunehmend erkranken.

Was wird aus den Seiteneinsteiger-Kindern?
Große Besorgnis war vielen Beiträgen der Kolleg*innen zu entnehmen, dass es zu einer unklaren Situation der Beschulung von „Seiteneinsteiger-Kindern“ nach Ablauf der zweijährigen Sprachförderung kommt. Man fragte  sich: Werden die Kinder dann auch ihre neue „schulische Heimat“ verlieren? Was macht das mit den Kindern? Wie soll eine Weiterbeschulung erfolgen? Bisher ist nämlich nicht klar, wo, durch wen und mit welchen Mitteln eine Weiterbeschulung erfolgen könnte.

Neben der inhaltlichen Diskussion gab es wie immer auch viel Raum für Begegnungen und Gespräche mit netten Kolleg*innen - ein Lichtblick nach vielen durchaus dunklen Wolken am Horizont.