Inklusion und Integration

Das Thema Inklusion haben wir kontinuierlich seit 2011 im Visier. Mitgliederversammlungen, Diskussionen im Vorstand, Resolutionen und Veröffentlichungen unserer Meinung in der Presse  haben wir auf den Weg gebracht.
Die letzte Veranstaltung war eine Podiumsdiskussion mit Politikern zu diesem und weiteren Themen, die Eltern, Kollegien und der Schülerschaft auf den Nägeln brennen.

Maßnahmen zur Stellenbesetzung
Landesregierung NRW: Maßnahmen zur Stellenbesetzung an Schulen

Die Kleine Anfrage vom 31.08.17 der Abgeordneten Sigrid Beer BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wurde am 2.10.2017 von der Ministerin für Schule und Bildung, Frau Gebauer, beantwortet.

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Bildungspolitik
Sorgen und Unverständnis über bildungspolitische Setzungen der Landesregierung

Pressemitteilung der GEW Herne zur prekären Situation an den Schulen

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Bildungspolitische Vorstellung
Positionen unseres Stadtverbandes

Als neues Mitglied unseres Vorsitzenden-Teams wurde Carsten Piechnik in einem Samstags-Interview ganzseitig in der WAZ, Lokalteil Herne & Wanne-Eickel, am 11.03.2017 vorgestellt.

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Baustelle Bildung
GEW Herne: Podiumsdiskussion zur Bildungspolitik

Interessierte Bürgerinnen, Bürger und Politiker diskutierten über das Thema „Baustelle Bildung“

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Baustelle Inklusion

Beiträge aus der Mitgliederversammlung vom 30.11.2016


Schulen erhalten viel zu wenig personelle professionelle Hilfen für Kinder mit Förderbedarf

Für die Förderbedarfe „Emotionale und soziale Entwicklung“, „Lernen und Sprache“ besteht eine Budgetierung. Es wird nicht mehr auf die tatsächliche Zahl der Schüler*innen an einer Schule mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf geschaut, vielmehr wird nach einem Sozialindex den Schulen Stellenanteile für die sonderpädagogische Unterstützung zugeteilt. In der Folge müssen die Schulen unter verschlechterten Rahmenbedingungen inklusives Lernen umsetzen.

Viel zu große Klassen, viel zu wenig Zeit für die besonderen Förderbedarfe

Konkret heißt dies: Häufig sind 26 Schüler*innen oder mehr in einer Klasse. Von denen zeigen einige besonderen Förderbedarf, der zum Teil ausgewiesen ist oder auch nicht. Der Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung, Lernen und Sprache darf an den Grundschulen erst ab der 3. Klasse getestet werden. In diesen Klassen müssen zusätzlich auch Schüler*innen ohne Deutschkenntnisse unterrichtet  werden.  So bleibt kaum  Zeit, die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf intensiv und angemessen zu unterrichten.

Überforderung der Lehrer*innen und Sonderpädagog*innen

In Grundschulen werden häufig  Sonderpädagog*innen eingesetzt, die außerdem noch an einer anderen Schule tätig sind. Diese sehen ihre Arbeit als eine Art „Feuerwehreinsatz“ an, bei dem nur die akuten „Brandstellen“ versorgt werden können. Nach Aussagen vieler Kolleg*innen kommt es deshalb kaum zu  notwendigen Doppelbesetzungen mit Regellehrer*innen und Sonderpädagog*innen in den Klassen. Das bedeutet, dass auch die Schüler*innen ohne ausgewiesenen Unterstützungsbedarf zu kurz kommen.

Das Vorstandsteam hat den Auftrag der Mitgliederversammlung, mit den brisanten Themen an die Öffentlichkeit zu gehen, wahrgenommen. Am 23.12.2016 erschien im Lokalteil der WAZ der Artikel  „Lehrergewerkschaft sieht viel Baustellen in der Bildung".

In den Kommunen geht es um die Finanzierung der Inklusion

Mehr als 50 NRW-Kommunen drohen mit einer Verfassungsklage gegen die Vorgaben der Landesregierung zur Inklusion. Sie wollen sich wehren gegen die unzureichende Finanzausstattung des Landes für die zunehmende Regelbeschulung behinderter Kinder.

Lesen Sie den Artikel aus der WAZ vom 14.12.2016 !


Sinnvolles Integrationsprojekt der Stadt Herne wird 2017 fortgesetzt. WAZ vom 23.12.2016

Unsere Forderungen

Forderungen der MV vom 30.11.2016:

  • Maximal 20 Kinder bei 5 Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in einer Klasse,
  • durchgehende Doppelbesetzung mit einer Sonderpädagogin oder einem Sonderpädagogen,
  • Anrechnung von Beratungs- und Planungsstunden auf das Stundendeputat,
  • Einrichten von Schulkindergärten mit ausgebildeten Pädagog*innen an den Grundschulen.

Der Vorstand wird aufgefordert, einen Pressetermin zu vereinbaren, um die Probleme an den Schulen zu verdeutlichen. Außerdem wird angeregt, Landtagsabgeordnete zu einer Diskussions- bzw. Gesprächrunde im kommenden Jahr einzuladen.

Informationen und Presseberichte von 2011 bis 2015

14.06.2011: Inklusion in Herne – Geisterfahrt auf der Überholspur !?

In Herne waren 5 Schulen der Sekundarstufe I bereits 2011/2012 – teilweise ohne Einbeziehung ihrer Lehrer*innen und Eltern – zum gemeinsamen Unterricht verpflichtet worden. An einigen Schulen erfolgte die Information über die Bildung inklusiver Klassen erst nach dem Anmeldeverfahren im Februar 2011.

  • Eine Vorbereitung der Schulen auf die neuen Aufgaben erfolgte nicht!
  • Die notwendigen Rahmenbedingungen waren nicht ansatzweise gegeben!
  • Klassenstärken bis zu 30 Kinder wurden auch für inklusive Gruppen nicht ausgeschlossen!

Die Herner Mitgliederversammlung verfasste im Juni 2011 eine Stellungsnahme für die Presse und ihre Mitglieder. Am 28.06.2011 erschien in der WAZ ein Artikel mit den Positionen des GEW Stadtverbandes.


2014: Gelingensbedingungen der Inklusion

Resolution der MV Herne vom 12.06.2014 versendet an die Landesregierung MSW, an die HPRs aller Schulformen, an die Bezirksregierung Arnsberg, an die Stadt Herne
Die Mitglieder des Stadtverbandes Herne der GEW fordern die Landesregierung dazu auf, die angemessenen Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen die Umsetzung des gesetzlich verankerten Rechtsanspruchs auf Teilhabe am Unterricht in Regelschulen innerhalb des dafür zu schaffenden inklusiven Schulsystems gelingen kann.
Unabhängig von den Neuerungen durch das 9. Schulrechtsänderungsgesetz fordern wir:

  • maximal 20 Kinder in den Klassen, davon höchstens fünf mit sonderpädagogischem Förderbedarf, dabei darf sich die Reduzierung der Klassenfrequenz nicht negativ auf die Größen der anderen Klassen auswirken;
  • durchgehende Doppelbesetzung mit einer sonderpädagogischen Lehrkraft;
  • Bereitstellung zusätzlicher Anrechnungsstunden für die Inklusion : Entlastung der beteiligten Regelschullehrkräfte (zwei Wo.-Std. KlassenlehrerInnen, eine Wo.-Std. FachlehrerInnen);
  • ausreichende Qualifizierung aller Regel- und Förderschullehrkräfte durch intensive Fort- und Weiterbildung bei angemessener Entlastung für die Teilnahme an Fortbildungen.
  • jede inklusive Lerngruppe benötigt einen permanent zur Verfügung stehenden Differenzierungsraum
  • Fachräume (Fachunterricht [z.B. Technikräume])
  • Arbeitsplatzbeschreibung für sonderpädagogische Lehrkräfte

Begründung:
Die im Antrag genannten Forderungen sind gleichzeitig wichtige Gelingensbedingungen für den Inklusionsprozess. Mit der Einführung des 9. Schulrechtsänderungsgesetz steht zu befürchten, dass die Rahmenbedingungen für Gemeinsamen Unterricht an Regelschulen noch verschlechtert werden (z.B. AO-SF-Verfahren nur noch im Ausnahmefall bei Kindern mit Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, emotionale/soziale Entwicklung; pauschalisierte Stellenzuschläge für die Schulen).


 Die GEW in Herne verpasst der Inklusion schlechte Noten

Kolleginnen und Kollegen diskutierten in der Jahreshauptversammlung am 24.11. 2015 die Umsetzung der Inklusion in Herne. Die Mitgliederversammlung hatten viel zu bemängeln und waren der Meinung, dass die Missstände in der Öffentlichkeit benannt und erläutert werden sollten.
Die Ergebnisse und Eindrücke dieser Diskussion wurden vom Team der Vorsitzenden in einem Interview mit der WAZ zum Ausdruck gebracht. Der Artikel in der WAZ erschien am 7.12.2015.

Außerdem wurden zwei Beiträge zur Inklusion im Herner Lokalsender 90.8 gesendet. Interviewt wurde dazu Kathrin van Hoften. Beide Mitschnitte sind hier als mp3-Datei zu hören.